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Es war Oktober und ein Freund und ich hatten jeder noch 3 Wochen Urlaub. Also setzten wir uns ins Auto. Ich wollte ans Meer und in die Wärme, deshalb fuhren wir nach Süden.So ging es durch die Berge der Schweiz und an Milano vorbei. Bei Genua stiessen wir ans Mittelmeer. Es war uns aber noch zu kalt also fuhren wir weiter. Wir kamen durch Frankreich, vorbei an der Cote d´Àzur und dem malerischen Saint Tropez, direkt am Meer entlang.So erreichten wir Spanien und fuhren weiter an der Küste entlang, bis wir in Gibraltar ankamen. Nach kurzer Beratung setzten wir mit der Fähre nach Ceuta über und wollten am Süden des Mittelmeeres zurück bis Tunesien. Die Einreise nach Marokko war recht umständlich, aber mit etwas Geduld und den freundlichen "offiziellen Betreuern", die für ein kleines Trinkgeld alles regelten, kamen wir ohne Probleme ins Land. Wir hatten nur eine recht grobe Straßenkarte, doch meist waren es eher bessere Schotterpisten. Außerdem gestaltete es sich schwierig, an der Küste langzufahren, da dort das Atlasgebirge verläuft und entweder steil zum Meer abfällt oder die Strasse in großen Schleifen die flachen Abschnitte umfährt. Kurz zuvor hatte ein Unwetter seine Spuren hinterlassen, die Wege waren teils verschüttet oder weggeschwemmt. Räumkommandos waren fleißig am werken, doch oft ging es nur im Schritttempo voran, wenn man keinen Jeep hat. Als es dunkel wurde, hielt uns eine Armeestreife an. Der Soldat erklärte uns, daß die Strassen verschüttet sind und fragte so nebenbei, ob wir Alkohol dabei hätten. Wir gaben ihm eine Flasche Wein und fuhren weiter. Irgendwann schliefen wir dann ein paar Stunden im Auto und kamen am nächsten Morgen wieder auf die Hauptstrasse. Von da nahmen wir den schnellsten Weg zur Grenze. Nur leider war da alles geschlossen.Wir suchten in der Karte einen größeren Übergang aus und steuerten ihn an. Doch auch hier Fehlanzeige. Ich fragte den Grenzer mit Händen und Füßen(er sprach nur arabisch und französisch), was denn los sei. Bei einem Cafe-Latte in der benachbarten Cafeteria erfuhren wir,daß in Algerien bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen und so hatte Marokko diese Grenze zugemacht. Ein Blick in die Karte zeigte uns, daß ein Umfahren unmöglich war. Kurzentschlossen machten wir eine Rundfahrt durch das Land, die uns über Fes, Rabbat, nach Casablanca führte. Auf dem Weg zu Rick´s Bar, die wir nicht fanden, wurden wir ständig von Straßensperren aufgehalten. Ein paar Tage später sollte dort ein G7 Gipfel stattfinden und so waren die Sicherheitsvorkehrungen gewaltig. Langsam wollten wir dann auch wieder zurück nach Europa. Auf dem Weg zur Fähre wurden wir geblitzt mit 140km/h bei erlaubten 40km/h. Nach einiger Zeit des diskutierens und Panikattacken bei uns wurde die Strafe verkündet: umgerechnet 7DM. Von Tanger setzten wir dann nach Spanien über. Wir besuchten noch Granada und Madrid. Dann nahmen wir den Weg nach Andorra, wo wir gründlich nach Drogen durchsucht wurden (man hatte den marokkanischen Stempel im Pass gesehen).Von da fuhren wir durch Frankreich, die Schweiz und Liechtenstein wieder nach Hause. Die ganze Tour umfasste ca.15000 km und war gleich ein guter Test für die Zuverlässigkeit meines kurz vorher gekauften Golfes.

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