Cuba

Oldtimer       Pferdekutsche

 Nach einem arbeitsreichen ¾ Jahr habe ich kurzentschlossen einen kubanischen Arbeitskollegen begleitet, der seine Familie in Cuba besuchte und dort 2 Wochen „Urlaub“ gemacht. Weil wir ein gutes Angebot bekamen, flogen wir nach Varadero, obwohl wir genau an das andere Ende der Insel, in das über 900 km entfernte Moa wollten. Um dahin zu kommen, buchten wir einen Leihwagen, 3 Tage hin und 3 Tage zurück. Auf diesem Weg wollten wir uns die Insel ansehen.
Wir landeten gegen 13 Uhr in Varadero. Nach der Passkontrolle warteten wir auf das Gepäck. Ich hatte meinen Rucksack dabei, mein Kollege 1 Koffer und 2 Taschen sowie etwas Handgepäck. Bis auf eine Tasche kam alles Gepäck recht schnell. In dieser Tasche war ein Mischpult und ein Lautsprecher, Geschenke für die Familie. Dieses Gepäckstück kam extra und wurde promt vom Zoll herausgefischt. Aber die Überredungskünste meines Kollegen und seine Behauptung, das sei Schrott und nur zum Ausschlachten und wenn sie wollten, würden wir es dalassen, bescherten uns dann doch zollfreien Eintritt.
Der Leihwagenstand war ein kleiner Bungalow, ca. 200m vom Flughafengebäude entfernt. Kaum steuerten wir darauf zu, kamen schon Kofferträger angestürmt. Ich kenne so was und wehrte gleich ab „No Gracias“. Mein Kollege Fidel ließ den Koffer tragen und der „Helfer“ wollte für 200m, 2 Minuten Arbeit doch tatsächlich 5US$ Entgeld. Nach heftiger Diskussion einigte man sich auf 1DM.
Die Übernahme des Leihwagens ging recht problemlos, auch wenn wir für 40l Benzin zahlten, obwohl der Tank nur etwa 35l fasst. Aber gut, wir fuhren los.
Ein Wort zu Cubas Strassen. Es gibt die Autobahn, ca. 3 Spuren pro Fahrtrichtung und alles ohne Markierungen. An der Seite stehen oft Tramper, es kann sein, dass plötzlich ein Fahrrad kommt oder ein unbeschrankter Bahnübergang kreuzt, am Ende wird eine Spur total schlecht, so dass sich der ganze Verkehr die beste Fahrbahn aussucht, was auch die Gegenspur sein kann. Die Strasse ist asphaltiert und etwas wellig, aber gut zu fahren. Nur im Dunkeln bzw. bei Dämmerung verwirrt es, dass die Farbe des Belages oft wechselt, von hellgrau bis schwarz ist alles möglich und natürlich alle möglichen Muster. Ich wusste manchmal nicht, wo die Strasse aufhört und die Wiese anfängt. Die Autos fahren in der Spur, die ihnen am besten gefällt, meist links. Erlaubt sind 100 km/h, aber mangels Radargeräten kann sowieso keiner was nachprüfen.
Dann gibt es die Carretera Central, die Hauptstrassen. Sie sind wie bei uns normale Strassen, natürlich auch ohne Markierungen, aber recht passabel zu fahren. Allerdings ist hier alles unterwegs, was geht. Neben den üblichen Transportmitteln(PKW, LKW, Bus bzw. LKW mit Busauflieger, Motorrad) sind hier Pferdekutschen, Ochsengespanne, Fahrradtaxis, Fahrräder und Fußgänger zu finden. Reiter benutzen den Randstreifen.
In den Städten sind die Hauptstrassen gut in Schuß, Nebenstrecken oft voller Schlaglöcher. Verbindungen zwischen Touristenzentren und großen Betrieben haben gute Strassen. Nur die Ausschilderung ist sauschlecht. Vorwegweiser gibt es keine, Wegweiser nur in den seltensten Fällen. Und egal, wie klein oder schlecht der Abzweig auch ist, es ist der Richtige, wenn er hinter dem Schild steht. Wir sind ein paar Mal vorbeigefahren, weil ich nicht glauben konnte, dass dieser Feldweg zur Hauptstrasse wird.
Wir starteten also 15.30 Uhr und Fidel eröffnete mir, er müsse schnellstmöglich heim. Wenn wir die Nacht durchfahren, könnten wir um 2 da sein. Ich ließ mich breitschlagen und wir machten Dampf. Aber so einfach ist es nicht, wenn keiner den Weg kennt und jeder, den man fragt einen anders schickt. So eine Nacht möchte ich nicht wiederholen, jede Menge unbeleuchteter Verkehrsmittel, Anhalter springen halb vor das Auto, LKW scheren aus, Schlaglöcher sieht man erst im letzten Moment, alle paar km nach dem Weg fragen, oder nach Benzin (denn schwarz gekauftes kostet weniger als die Hälfte). Gegen 8Uhr waren wir dann endlich da und ich tot, denn mehr als ¾ des Weges saß ich am Steuer. Fidel war nach einer halben Stunde immer schon kurz vor dem Einschlafen.

ohne_Rum_geht_nix         am_Meer

 Zuerst gab es mal einen Rum zur Begrüßung und das Abknutschen begann. Die Familie ist recht groß, seine Mutter hat 2 Schwestern mit Kindern, er hat 2 Brüder und 2 Schwestern mit Kindern, es war voll Haus. Wir wohnten in einer 3-Zimmerwohnung. Ich hatte ein Zimmer, Fidel das 2. und der Rest der Familie (3 Erwachsene + 2 Kinder) das 3., das Leben spielte sich in der großen Wohnküche ab und Besuch wurde im Flur empfangen, der etwas breiter war. Das war in jeder Wohnung so, man kam rein und war in einer Art Besucherraum, mit Stühlen, einem kleinen Tisch und einem Bild von einem sozialistischen Vorbild, bei uns Ernesto Che Guevarra, der in Cuba allgegenwärtig ist. Ob als Bronzefigur, als Bild mit echter Schubkarre, als Portrait, allein oder integriert in andere Bilder, er ist immer dabei. Jede Menge Parolen wie SOZIALISMUS ODER TOD standen überall, im 42. Jahr nach dem Sieg der Revolution. Und oft auch Modelle der Yacht Granma, mit der damals Fidel Castro und seine Mannen von Mexico gekommen sind, um die Revolution zu beginnen.
Nach 1 Stunde und ein paar Schlucken Rum habe ich mich ausgeklinkt und auf das Bett fallen lassen.
Nach dem Aufstehen gegen 14 Uhr bin ich ans Meer gelaufen, ca.300m hinter dem Haus, allerdings durch die im Ort ansässigen 2 Nickelhütten stark verunreinigt. Dort holte mich Raul, der Neffe von Fidel mit seiner MZ ETZ250 ab, die ich aus den guten alten Ost-Zeiten kenne. Wir fuhren zum Bruder von Fidel, um das Schwein anzusehen, das am Abend geschlachtet werden sollte, zum Begrüßungsmahl. Am Abend wurde wieder gut gegessen und reichlich getrunken, es kamen viele Leute vorbei um Fidel zu sehen und mich zu begrüßen. So lernte ich Eva kennen, die so eine Art  Fremdenführerin für mich spielte. Sie kann gut englisch und so konnte sie mir viel übersetzen. Wir unterhielten uns immer in einem Englisch-Spanisch-Gemisch und hatten viel Spaß dabei.
Am nächsten Tag meldeten wir mich erst mal an. Touristen dürfen ja nicht privat wohnen, also wurde ich kurzerhand zum Schwager von Fidel. 40US$ Gebühr und 2 Stunden Wartezeit und ich war Familienmitglied.
Danach fuhren wir zum baden ans Meer. „Es ist ein schöner Strand gleich um die Ecke“, nur etwas über 70km entfernt. Das Wasser war traumhaft, aber auf Grund der schlechten Strasse waren wir erst dort, als der Strand schon im Schatten lag. Unter Wasser gab es ein paar Felsen mit Seeigeln, auf die man aufpassen musste, aber sonst war es Klasse. Nur die Fahrt schmälerte die Freude. Viele Schlaglöcher und ein Stück von ca. 5km Länge war so wüst, dass es in der Jeepwerbung als mittelschwere Teststrecke Verwendung finden kann, ungeeignet für den kleinen Daewoo Matiz, den wir hatten. Für 68000 km war er schon total fertig, Stoßdämpfer hinüber, Straßenlage bescheiden und oft kratzte die Strasse am Unterboden, wenn wir vorsichtig die Schlaglöcher passierten. Aber trotzdem kamen wir immer gut an. Abends wieder das übliche, gut Essen, besser trinken. 375ml Rum kosten soviel wie 333ml Bier oder Fanta/Cola, nämlich 1 US$. Es ist schon komisch, dass in diesem Land ohne die Währung des größten Feindes, der USA, nichts geht. Für Pesos gibt es in der Straßenküche etwas zu essen bzw. zu trinken, man kann ein Fahrradtaxi bezahlen, die als Buslinie verkehrenden Pferdekutschen oder manchmal in den restaurantähnlichen Paladares essen. Letztere sind gut versteckt, oft im Hinterhof überdachte Flächen von ca. 6qm mit 3 Tischen, wo man gutes Essen für 3-10 DM bekommt. Meist gibt es nur 1 Gericht, dazu Gurkensalat, Bohnen mit Reis, Maniok, Kochbananen oder Süßkartoffeln. Das Essen ist etwas fettig, aber mir hat es immer wunderbar geschmeckt. In den Strassenküchen gab es einen Teller mit Reis, Bohnen, Maniok, Schweinefleisch und Soße für 1DM, einen Saft für 10 Pf.
Am 3. Tag fuhren wir zum Baden an einen Fluß, Fidel mit seiner Freundin (Er42,Sie18), ich mit Eva und ein Neffe von Fidel, Das 1.Stück der Straße war gut, dann zweigten wir einen Feldweg ab und fuhren direkt am Fluß entlang. Die Straße war an einigen Stellen unterspült und weggebrochen, aber unser geländegängiger Daewoo hat sich meisterhaft durchgekämpft. Wir hielten am Bad von Che Guevarra, einen Flussbecken, wo der Kämpfer sich mal erfrischt hat und das seitdem seinen Namen trägt. Herrlich klares Wasser, sehr kühl, aber wunderbar. Wir hatten eine Flasche Pinienlikör dabei, das Richtige für die Mädels. Der Flusslauf war voll Geroll und ich vermute, dass nach einem Gewitter bestimmt hier gut was los war. Die unterspülte Strasse, weggeschwemmte Bäume und Geröll zeugten davon.
Nachmittags gab ich den Leihwagen zurück. Der Vertreter von Habanautos war ein Freund des Neffen und alles klappte reibungslos. Zurück fuhren wir mit dem Fahrradtaxi, das es in Cuba in unterschiedlichen Versionen gibt. Entweder sitzt man auf einer Art Beiwagen wie beim Motorrad oder hinter dem Fahrer wie bei einer Rikscha. Der Job des Fahrers wäre nichts für mich, denn das Fahren ist schon schwer genug mit 2-3 Fahrgästen, aber das Ausweichen um die Schlaglöcher, aufpassen auf Kutschen, Autos usw. macht es noch viel schwieriger. Zu guter letzt gibt es häufig Pannen durch kaputte Reifen.
Angenehm an Cuba ist, dass sich die Verschmutzung der Strassen in Grenzen hält, ganz anders als in Mexico, wo überall Müll lag. Hier gibt es große Stapelboxen, die als Mülltonnen fungieren. Aber die Gebäude sind in schlechtem Zustand. Viel erinnert mich an die DDR, es ist halt Volkseigentum und nicht privat. Außerdem sind Baustoffe nur sehr schwer zu besorgen. Wer ein Haus kaufen will, kann bestraft werden, indem das Haus und das Geld konfisziert werden, denn warum sollte man ein Haus kaufen wollen. Es gibt jede Menge privater Hütten, meist aus Holz mit primitivster Ausstattung. Kochen auf offenem Feuer bzw. mit Propangas, Wasser aus einer Tonne, die aufgefüllt wird, Fenster ohne Scheiben, man hat kleine Bretter , die man waagerecht oder senkrecht stellt, wie eine Jalousie. Ich konnte genau 2x mit fließendem Wasser duschen, natürlich kalt. Wenn mal wasser lief, wurden alle Tonnen aufgefüllt, 2xBrauchwasser zum Duschen und Toilettenspülung sowie 1xTrinkwasser zum Kochen und Zähne putzen. Mit Schöpftopf duschen ist mal was anderes, das kenne ich aus Thailand.
Strom gab es immer und er wurde auch gut verschwendet. Ständig brannte Licht, lief der Fernseher und das Radio. Bei der Stereoanlage war ständig jemand, wir hatten 20 CD mit Merengue und Salsamusik dabei, die auch die ganze Zeit dudelte. Und immer kam Besuch. Viele wollten Geschäfte machen. Der Maler wollte Bilder verkaufen, hatte aber kaum eins da. Was ich sah war so schlecht und altmodisch, dass ich ihn auf meinen nächsten Besuch vertröstete, den es aber nicht geben wird. Kitsch gab es, aber nichts schönes. Dann kam ein Mann mit Zigarren. Fidel prüfte, aber es war keine gute Qualität. Dann kam ein Mann mit einem Sack und wollte zu mir. Er schüttete ihn im Zimmer aus, 17 Hummer lagen auf dem Fußboden. 20$ und wir hatten ein herrliches Festessen für die ganze Familie. Unter der Hand kauften wir Fisch und ein Koch aus der Nachbarschaft bereitete ihn hervorragend zu, wie auch schon das Schwein vorher(es war ein kleineres Exemplar).
Nun wollte ich aber auch selbst Angeln gehen. Fidel besitzt ein Boot, mit dem wollten wir rausfahren, unbewohnte Inseln besuchen, baden, angeln. Nur leider sah das der Mann, der die Genehmigungen verteilt, anders. Nur einheimische Fischer dürfen rausfahren, also weder Fidel noch ich. Das war ein harter Schlag. In Moa selbst gibt es wenig zu sehen. Aber wir machten das Beste daraus. Ich ging mit Eva spazieren, wir tranken frisch gepressten Zuckerrohrsaft, unterhielten uns über das Leben hier und bei uns, ich bestaunte die Autos, wir gingen zum Billard (bei dem 4 Kugeln fehlten), fuhren mit dem Fahrradtaxi, mit den Bus-Pferdekutschen und verbrachten ein paar schöne Tage. Samstagabend ging es zur Disco. Die Frauen gut geschminkt mit natürlich nicht kussechtem Lippenstift, der oft für Eifersuchts-szenen sorgte, wie man mir sagte und der auch bei jedem Kuß Abdrücke hinterließ. Da hilft bei Männern nur schnell abwischen und bei Frauen nachschminken, was reichlich gemacht wird. Aber zurück zur Disco. Los geht es um 10. Wir sind halb 11 hingegangen. Eintritt 0.5$ für einheimische, 5$ für Ausländer, davon 4$ Verzehrbon. Discotheken sind staatlich und ich war in diesem Ort einer der wenigen Ausländer. Es gab wirklich atemberaubend hübsche Mädels, top angezogen die sich sehr gut bewegen konnten.
Nach ½ Stunde fing Musik an, aber es war ein Videofilm der Backstreet Boys. Dann endlich, kurz nach Mitternacht ging es richtig los. Viele Discorhythmen waren mit spanischen Text, Salsa, Merengue und Schmuselieder dazwischen und auch etwas Technomusik. Alles in allem ein lustiger Abend. Die Toiletten waren das beste, in dem gefliesten Raum waren die 2 Becken verstopft und randvoll und jeder erledigte sein Geschäft wo er hinkam, die meisten pinkelten in die Ecken oder an die Wand.
Sonntag hatte der Vater von Fidels Freundin Geburtstag und lud uns alle ein. Wir fuhren mit einem 1948-er Chevrolet an den Fluß, wo ich schon einmal gebadet hatte und dort war schon die Party in vollem Gange. Auf der Fahrt dahin wurde schon fleißig getrunken und frisch gebackenes Weißbrot verzehrt. Auch der Fahrer becherte fleißig mit. Kaum angekommen wurde ich zu dem Schwein geführt, dass über dem Feuer brutzelte, daneben kochten Bananen und Maniok. Ich durfte ein kleines Stück probieren und es schmeckte köstlich. Die ersten 2 Alkoholleichen lagen auf dem Geröll herum, 2 Frauen. Eva und ich gingen erst mal baden. Dann gab es wieder was zu trinken. Ohne Rum geht in Cuba nichts, natürlich pur und lauwarm. Endlich war das Schwein fertig. Es wurde auf ein Bananenblatt gelegt und mit der Machete zerhackt, jeder bekam ein Stück Bananenblatt als Teller mit Schweinefleisch, Reis mit Bohnen, Kochbananen und Maniok. Es schmeckte herrlich und durch das Schwimmen und den Rum war mein Appetit riesig.

Party_am_Fluss       Schwein_am_Spiess

 Als es dunkel wurde, packten wir alles zusammen und fuhren zurück. 3Leute auf der MZ und 16 in dem Chevrolet. Plötzlich hielt der Fahrer an und schaltete sein Auto aus, Licht an und sagte, er fahre nicht weiter, wenn er nicht sofort was zu trinken bekommt. Nach ein paar ordentlichen Schlucken Rum ging es weiter. Nach ein paar Kilometern noch mal ein Stop zum Kühlwasser nachfüllen und dann ging es zur Wohnung des Geburtstagskindes. Dort kreisten noch mal die Schnapsflaschen und man tanzte zur Musik aus dem Recorder.
Am nächsten Morgen ging es mir nicht so toll, aber nach einem Spaziergang verließ mich der Kater. Montagabend waren wir noch mal zur Disco. Am Dienstag holten wir den Leihwagen wieder. Er hatte laut Papieren eine Durchsicht bekommen, war aber laut Tacho nicht bewegt worden. Wir fuhren noch mal zum baden ans Meer, das aber diesmal recht hohe Wellen schlug. Ich sammelte 2 große Muscheln (oder Schnecken).Abends war die große Abschiedsparty mit gegrilltem Fisch und reichlich Rum. Zum Glück hatte ich eine Ausrede, die jeder verstand. Ich muß morgen Auto fahren.
Mittwoch machten wir uns dann auf den Rückweg. Wir fuhren den ganzen Tag und kamen abends gegen 10 in Caibarien an. Dort wohnt eine Tochter(14) von Fidel. Er hatte sie 3 Jahre nicht gesehen uns entsprechend groß war die Freude. Nach einem guten Essen hab ich mich zurückgezogen, der Rest der Familie feierte die halbe Nacht weiter.
Am nächsten Morgen war Shopping angesagt. Fidel kaufte ein wie ein Weltmeister. Soviel Klamotten kaufe ich mir nicht in 2 Jahren, wie seine Tochter an diesem Tag. Außerdem gab es ein Fahrrad, 3 Paar Schuhe und einen Rucksack. Weihnachten!!!
Nachmittags wollten wir zum baden. Der Ort liegt am Meer, aber wer mag schon den Strand vor der Haustür, wenn es ein Auto gibt. Also die Großeltern und eine Cousine eingepackt und los ging es zu sechst im Kleinstwagen. Der Superstrand gleich um die Ecke (50km) war aber durch einen Kontrollposten abgesperrt. Hier dürfen nur Touristen rein und Angehörige 1.Grades. Also umdrehen und einen anderen Strand suchen. Playa Victoria war ausgeschildert, aber es gab nur Geröll und schmutziges Wasser, ein paar Fischerboote – wenig einladend. Nach 95km kamen wir dann an ein Thermalbad, wo wir dann endlich baden konnten, auch wenn es schon dunkel wurde.
Abends um 8 waren wir wieder zurück und bekamen Shrimps in würziger Soße, gebratenen Fisch, Kartoffeln, Bohnen mit Reis sowie eine Suppe, ein wunderbares Menü. Die Eltern des Mädchens fuhren dann noch mit uns zum Hausstrand, 5 min entfernt. Dort hätte man schön baden können, aber wer will das schon, wenn man ein Auto hat?
Freitag früh um 6 klingelte erstmals mein Reisewecker. Abfahrt um 7. Unterwegs versuchten wir krampfhaft noch gute Zigarren zu kaufen, aber die ersten 4 Anläufe waren Zeitverschwendung. Endlich gab es die Richtigen, Cohiba, Marktwert in Europa ca. DM 300 für 20$. Ich kaufte für meine Freunde 1 Kiste mit 25 Stück und ein paar normale Zigarren (20 Stück für 1$). Jetzt hieß es aber schnell machen. Es war bereits halb 11 und der Leihwagen sollte gegen 11 am Flughafen abgegeben werden. Unser Flug ging um 15.20 Uhr. Also heizte ich los, aber beim Anfahren und Beschleunigen gab es immer größere Probleme. Ich dachte, es liege am Benzin. Es wird überall gesagt, schwarz gekaufter Sprit ist unsauber und mit Wasser vermischt. Wir tankten schnell noch etwas sauberes Benzin an der Tankstelle und fuhren weiter. Auf einer Geraden bei Tempo 120 sollte ich mal runterschalten, damit das Wasser aus dem Vergaser kommt, aber ich konnte schalten wie ich wollte. Das Getriebe war kaputt. Der Motor lief wunderbar, es ließ sich herrlich leicht schalten, aber es gab keinen Kraftschluß mehr zwischen Motor und Rädern. Wir rollten bis zum nächsten Ort und schoben das Auto zur Werkstatt.

     Werkstatt     

 Die hatten ein Auto mit ähnlichen Problemen erst vor 2 Tagen gehabt. Wir benachrichtigten die Leihwagenfirma und mahnten zur Eile, da unser Flug in 4 Stunden geht. Der Flughafen war nach Auskunft der Werkstattleute 60km entfernt. Es kommt sofort jemand, wurde uns gesagt. Nach 2 Stunden kam tatsächlich der Abschleppwagen, lud den Daewoo auf und wir fuhren gemeinsam los. Für 10$ Zielprämie legte der Fahrer die Strecke in Rekordzeit zurück. Am Flughafen angekommen gaben wir unser Gepäck auf, dann den Leihwagen ab, Passkontrolle, rein in den Flieger und schon ging es los.

Oldtimer       letzte_Rettung

 ½ Stunde zu früh landeten wir in München. Beim Auschecken traf ich einen Bekannten aus Regensburg, der auch in Varadero war.
Meine Abholer waren nicht da, nur ein Freund von Fidel, der etwas abholen wollte. Nach etlichen Anrufen erwischte ich meine Leute, sie waren gerade erst losgefahren. Ich schickte sie zurück und wir fuhren mit dem kubanischen Freund nach Hause.
Rückblickend kann ich sagen, dass der Urlaub sehr interessant und schön war, aber so etwas werde ich nicht wiederholen. Weder Cuba, noch einen Leihwagen in einem Dritte Welt Land, noch die Begleitung eines Freundes beim Besuch seiner Familie im Ausland. Ich habe viel gelernt über die Menschen dort, über das Land und über mich.