Campeche

Befestigungsanlagen        Blick_über_die_Stadt

 Ein echter Geheimtipp abseits der vielbereisten Touristenpfade ist Campeche. Dort ist das Leben recht unbeeindruckt von Touristen. Es gibt nur wenige  große Hotels am Meer. Ich kam früh gegen 4 Uhr an. Nach einigen Suchen fand ich ein Lokal, das 24 Stunden geöffnet hat. Bei einem kleinen Imbiss studierte ich den Reiseführer. Dann lief ich zur Uferpromenade. Das Meer lag da wie ein Spiegel. In einer Schießscharte, gleich neben einer Kanone machte ich es mir bequem und genoss den Sonnenaufgang. Langsam kamen die ersten Jogger vorbei. Es war ein herrliches Gefühl der Ruhe, das durch das leise Plätschern der Wellen vertieft wurde.
Nach dem Einchecken im Hotel ging ich zur Touristeninformation. Dort arbeitete ein alter Mann, der mir stolz ein paar deutsche Wörter sagte. Mit ihm plante ich meine Ausflüge. Er gab mir den Tipp, unbedingt nach Edzna zu fahren, auch wenn man nur etwas umständlich hinkommt, nannte mir Buslinien, Öffnungszeiten und gab mir ein paar Unterlagen mit. Als Lohn dafür mußte ich ihm ein deutsches Wort beibringen.  Nachdem ich mir die Befestigungsanlagen der Stadt und das Museum angeschaut hatte, ging ich zum Markt. Dort kaufte ich sehr günstig eine riesige Hängematte. Dann fuhr ich mit dem Bus nach Edzna. Diese Stätte lag recht einsam in der Mittagshitze. Sie ist sehr gut restauriert und vor allem die steile Treppe am Tempel der fünf Stockwerke, bei dem jede Stufe mit Reliefs verziert ist, war beeindruckend. Der Ausblick von der Spitze ist gigantisch und in der Mittagsglut wehte hier ein angenehmer Wind. Hier lernte ich ein amerikanisches Paar kennen, die mich wieder mit zurück nach Campeche nahmen.
Abends war am Zocalo ein Fest. Neben Kinderkarussell und Zuckerwatte gab es Volksmusik und Tanz. Campeche bleibt mir in Erinnerung als eine zauberhafte kleine  Hafenstadt mit sehr vielen alten Gebäuden und einem einzigartigen Charme.

Edzna       Tempel_der_5_Stockwerke